Hamburger Abendblatt vom 14.12.2011 von Ulrich Gassdorf

Bezahlbarer Wohnraum für Berufsanfänger ist in Hamburg Mangelware. Stiftung plant Unterkunft mit 500 Zimmern, vermutlich in Wilhelmsburg.

 

Ein Blick in die Zukunft: So soll das geplante Azubiwohnheim von innen aussehen Foto: Azubiwerk

Ein Blick in die Zukunft:So soll das geplante Azubiwohnheim von innen aussehen Foto: Azubiwerk

HAMBURG. In Hamburg absolvieren zurzeit etwa 40.000 junge Menschen eine Ausbildung. Doch bezahlbarer Wohnraum für die Berufsanfänger, von denen etwa 6000 Neu-Hamburger jedes Jahr ihre Lehrstelle antreten, ist Mangelware. Das soll sich jetzt ändern. Die sich in der Gründung befindende Stiftung Azubiwerk plant in der Hansestadt ein Auszubildendenwohnheim mit rund 500 Plätzen.

"Wir haben Zusagen von namhaften Unternehmen und Institutionen, die sich insgesamt mit Zustiftungen im Millionenbereich an dem Auszubildendenwohnheim beteiligen werden", sagte Azubiwerk-Geschäftsführer Patrick Fronczek dem Abendblatt. Die Investition für das Bauvorhaben liegt bei bis zu 40 Millionen Euro.

Unterstützung kommt aus der Politik: Die SPD-Fraktion in der Bürgerschaft bringt am morgigen Donnerstag einen Antrag ein, darin wird der Senat aufgefordert, ein geeignetes Grundstück zur Verfügung zu stellen und dieses auf die Stiftung zu übertragen...

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Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Hamburg: Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende durch Schaffung eines Auszubildendenwerks und eines Auszubildendenwohnheims

Antrag der Abgeordneten Andreas Dressel, Dirk Kienscherf, Jan Balcke, Arno Münster, Wolfgang Rose, Andrea Rugbarth, Daniel Gritz, Birte Gutzki-Heitmann, Dorothee Martin, Erck Rickmers, Hansjörg Schmidt und Fraktion

In Hamburg befinden sich fast 40.000 junge Menschen in einer dualen Berufsausbildung. Die hohen Lebenshaltungs- und insbesondere Mietkosten in Hamburg belasten eine Vielzahl der Auszubildenden in erheblichem Maße. Im Durchschnitt liegt die Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr in Hamburg nach Angaben des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) bei 614 Euro brutto monatlich (Zahlen aus 2010). Die Ausbildungsvergütungen allein reichen daher häufig nicht aus, die Lebenshaltungskosten zu decken. Über 40 Prozent der Auszubildenden kommen ursprünglich nicht aus Hamburg. Diese Jugendlichen sind unweigerlich mit hohen Miet- oder Fahrtkosten konfrontiert. Doch auch für Hamburger Jugendliche, ist nicht ausreichend bezahlbarer Wohnraum vorhanden. Dies betrifft in besonderer Weise die minderjährigen Auszubildenden. Für sie müssen nach dem „Heimrecht“ bei Wohnangeboten begleitende pädagogische Unterstützungsangebote vorgehalten werden.

Zur Lösung dieses Problems hat sich 2008 eine Initiative zur Schaffung eines Auszubildendenwohnheims gebildet. Diese Initiative hat mittlerweile eine umfangreiche Konzeption für ein „Auszubildendenwerk“ in Form einer privaten Stiftung unter Beteiligung der Sozialpartner entwickelt. Die Handelskammer, die Handwerkskammer, die Unternehmerverbände, Gewerkschafter und viele weitere Akteure begrüßen und unterstützen diese Initiative.

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 Hamburger Morgenpost vom 13.02.2011 von Olaf Wunder

Ein Student, der ein billiges Zimmer braucht, wendet sich ans Studentenwerk. Aber was macht ein Azubi? In Hamburg steht jetzt das erste Auszubildendenwerk Deutschlands vor der Gründung. Spätestens 2013 soll ein erstes Wohnheim mit preisgünstigen Zimmern eröffnet werden.

Der Mangel an billigen Wohnungen ist ein Riesenproblem für Azubis – vor allem für die, die von auswärts kommen und nicht zu Hause wohnen können. Ein angehender Maler beispielsweise verdient gerade mal 350 Euro! Davon noch Miete zahlen? Wie soll das gehen?

Ein Studentenwerk für Auszubildende – es war Olaf Schwede (30), Landesjugendsekretär des DGB, der auf diese Idee kam. Einen Trägerverein gibt es schon und mit dem 28-jährigen Patrick Fronczek auch einen Geschäftsführer. Vor allem aber: Investoren sind gefunden, die das Wohnheim mit 500 Plätzen finanzieren.

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TAZ vom 05.03.2011 von Lea Baumeyer

UNTERSTÜTZUNG Die hohen Hamburger Mieten sind für viele Lehrlinge von außerhalb ein Problem. Ein "Azubiwerk" soll Abhilfe schaffen - ein Wohnheim ist bereits in Planung...

...Schwede betont, dass das Wohnheim-Projekt erst der Anfang sei. "500 Plätze sind ein guter Start, aber es müssen weitere folgen. Der Bedarf ist groß." An der Wohnungsfrage könnte mancher Bewerber aus dem Umland scheitern. "Wenn die Eltern einen nicht finanziell unterstützen können, stellt sich schnell die Frage, ob es möglich ist, die Ausbildung in Hamburg zu beginnen", so Schwede.

Finanziert wird das Wohnheim durch den Verein Ausbildungsstart und Investoren aus der Stadt. Von politischer Seite gibt es Zustimmung. Der künftige SPD-Bürgermeister Olaf Scholz nannte den Wohnheimbau ein "dringendes Anliegen". Auch Frank Glücklich, Geschäftsführer der Handwerkskammer Hamburg, betont die Dringlichkeit des Projekts: "Jeder dritte Lehrling im Hamburger Handwerk stammt aus dem Umland. Darum ist es wichtig, attraktive Wohnbedingungen für diese jungen Leute zu schaffen."...

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Knapp die Hälfte aller Auszubildenden in Hamburger Unternehmen kommt ursprünglich nicht aus Hamburg.

Diese Auszubildenden müssen in Hamburg Wohnraum finden, was aufgrund ihrer geringen Einkünfte sehr schwer ist. Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung lag 2009 im ersten Ausbildungsjahr bei 610 Euro brutto.

Auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ist günstiger Wohnraum schwer zu finden, zudem sind nicht alle Vermieter gewillt diesen an junge Menschen ohne Sicherheiten und Lebenserfahrung zu vermieten.

Für Studierenden in Hamburg gibt es über 3.700 bezahlbare Zimmer in den 22 Studierendenwohnheimen des Studierendenwerkes. In Hamburg gibt es ca. 39.000 Auszubildende – doch bis jetzt noch keine vergleichbaren Einrichtungen.

Es geht jedoch um mehr als nur um günstigen Wohnraum.

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