Nach Hamburg kommen jedes Jahr circa 6.000 Jugendliche aus Mecklenburg- Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern um hier ihre meist dreijährige duale Berufsausbildung zu absolvieren. Somit arbeiten ständig ca. 18.000 ‚Azubis‘ in Hamburg, die entweder Pendeln oder in Hamburg Wohnraum benötigen. Insgesamt gibt es in Hamburg circa 39.000 Auszubildende in einem Alter zwischen 15 und Ende 20.
Der Verein Ausbildungsstart e.V. möchte nun für 500 Jugendliche in einer dualen Ausbildung (der praktische Teil der Ausbildung findet im Betrieb, der theoretische Teil in der Berufsschule statt) ein Wohnheim mit bezahlbaren Zimmern errichten. Hierfür soll ein Gebäudekomplex entstehen, der den Auszubildenden das Leben in Wohnungen für 3 bis 5 Personen ermöglicht.
So würde den Jugendlichen ein mindestens 12 m2 großes Zimmer mit Bett, Schreibtisch, Kleiderschrank, Stuhl und einen Internet- und Telefonanschluss zur Verfügung stehen.
Innerhalb der Wohngruppe können die Jugendlichen gemeinsam eine Küche, einen Esstisch, eine Sofaecke mit TV und ein bis zwei Badezimmer mit separatem WC nutzen.
Im Komplex sollen außerdem Gemeinschaftsräume, Seminarräume, Computerräume, ein Cafe und Waschküchen für alle Bewohner vorhanden sein.
Der Verein Ausbildungsstart e.V. möchte ein Auszubildendenwohnheim schaffen, das mit pädagogischen Unterstützungs- und Betreuungsangeboten die Eigenverantwortung, persönliche Weiterentwicklung, soziale Kompetenz und die Eingliederung in die Arbeitswelt der Jugendlichen unterstützt. Insbesondere minderjährigen Auszubildenden kann so ein erfolgreicher Start in die Ausbildung in Hamburg ermöglicht werden.
Um zu garantieren, dass sich der Aufenthalt im Wohnheim positiv auf den Ausbildungsverlauf auswirkt und um unnötige Ausbildungsabbrüche verhindern zu können, sollen die Sozialpädagogen des Wohnheims in einem Austausch mit der Berufschule und dem Ausbildungsbetrieb stehen.
Gemeinsam mit den Jugendlichen sollen angemessene Hausregeln entwickeln werden. Insbesondere auf die minderjährigen Bewohner zugeschnitten, soll es besondere Hausregeln geben, die die Einhaltung der Jugendschutzgesetze gewährleisten. Dies ist Vorraussetzung für eine Ausbildung, die teilweise weit entfernt von den Erziehungsberechtigten stattfinden muss.
Wohnangebote für Auszubildende mit pädagogischer Betreuung und Unterstützung sind bisher in Hamburg nicht vorhanden. In anderen Bundesländern gibt es bereits entsprechende Einrichtungen. Insbesondere in Großstädten wie Köln, Frankfurt und München existiert ein umfassendes Angebot.Ein Leerstand in der Wohnanlage ist aufgrund der hohen Nachfrage und des Mangels an bezahlbaren Wohnraums nicht zu erwarten. Die Hamburger Studierendenwohnheime verzeichnen durchschnittlich nur 2% Leerstand.
Vor allem für Erstmieter, die über geringe finanzielle Mittel und über wenig bis keine Erfahrung verfügen und für minderjährige Jugendliche in der Ausbildung könnte ein Wohnheim die Möglichkeit schaffen in Hamburg eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Gerade den Jüngeren würden zu dem die sozialen Strukturen in einem solchem Projekt den Ausbildungsstart erleichtern.
Das Wohnheim für Auszubildende sollte idealerweise in dem Bezirk Hamburg-Mitte liegen, denn hier sind 17 der insgesamt 46 Hamburger Berufsschulen vorzufinden. Auch ist eine zentrale Lage wichtig, da die 500 Auszubildenden jeden Morgen schnell und unkompliziert in ihre auf ganz Hamburg verteilten Betriebe kommen müssen. Dies setzt eine zentrale Lage fast zwingend vorraus.


